Adventure Games Vulkaninsel Titel

Bei der neuen, kooperativen Spiel-Reihe von Kosmos „Adventure Games“ sind wir zwischenzeitlich beim Status „Trilogie“ angekommen. Nach „Monochrome AG“ und „Das Verlies“ werden wir jetzt bei „Die Vulkaninsel“ erneut auf die Probe gestellt.

Nach den durchaus positiven Erfahrungen bei „Monochrome AG“ und „Das Verlies“ waren wir natürlich euphorisch und gespannt, was uns auf der Vulkaninsel wohl alles erwarten sollte. Leider bekam die Sache im dritten von vier Kapitel einen herben Dämpfer. Doch dazu später mehr. Die nachfolgenden Eindrücke beruhen wieder auf einer Partie zu dritt und sind subjektiv und natürlich auch spoilerfrei!

Eckdaten

Name: Die Vulkaninsel

Für 1 bis 4 Spieler, ab 12 Jahren

Spielidee: Phil Walker-Harding und Matthew Dunstan

Szenario & Geschichte: Chihiro Mori

Illustration: Johanna Rupprecht, Javier Salas, Maximilian Schiller

Spieldauer: 4×75 Minuten

Platzbedarf: ca. 100 x 100 cm

Preis: ca. 15 Euro

Vulkaninsel Box

Verlagstext

Die Spieler schlüpfen in die Rollen von vier Studierenden, die auf einer Vulkaninsel mysteriösen Geschehnissen auf der Spur sind während die Polizei noch im Dunkeln tappt. In vier Kapiteln sind sie Schmugglern und anderen mysteriösen Ereignissen auf der Spur – und begeben sich dabei vielleicht sogar selber in Gefahr. Wie die Geschichte ausgeht, liegt in ihren Händen.

Spielablauf

Vulkaninsel StartDie Story beginnt wie gewohnt mit einer kleinen Einführung in die Hintergrundgeschichte und der Startaufstellung. Jeder Spieler wählt seinen Charakter samt Spielfigur und in der Tischmitte liegt die erste Karte (der Start-Ort) aus.

Jetzt sind wir schon startklar und können uns ins Abenteuer stürzen. Wir beginnen, Räume und Gegenstände zu untersuchen und zu kombinieren. Das dafür verwendete System der Zahlencode-Kombinationen erspart dabei bei Verwendung der App das Nachlesen und übernimmt gleichzeitig die Spielleitung. Alternativ dazu kann man die Zahlencodes auch im Abenteuerbuch selbst nachlesen.

Über den genauen Spiel-Ablauf haben wir HIER schon berichtet.

Unsere Eindrücke zu „Die Vulkaninsel“ (spoilerfrei!)

Die Story bei „Die Vulkaninsel“ hat uns im ersten und zweiten Kapitel recht gut gefallen und mit 55 beziehungsweise 65 Minuten lagen wir innerhalb der Vorgabe von 75 Minuten.

Das dritte Kapitel war dann leider etwas frustrierend, da uns dort ein kleiner Fehler in App und Abenteuerbuch richtig viel Zeit gekostet hat. Außerdem konnten wir trotz der Hilfefunktion nur mit eigener Recherche und etwas Schummelei diesen „App-Bug“ ausmerzen. Das war etwas frustrierend und wir hoffen, dass Kosmos hier bei der App nachbessert, da es sich unserer Meinung nach um eine spielentscheidende Szene handelt. Aufgrund dieses Handicaps benötigten wir hier jetzt auch mit 200 Minuten, deutlich länger! Ohne den Fehler, hätten wir nach 70 Minuten abschließen können. Soweit konnten wir die Situation rekonstruieren.

Update: Kosmos hat zwischenzeitlich den Fehler behoben und ein „Missions-Update“ für Kapitel 3 veröffentlich. Dieses Update ist bei Kosmos auf der Produkt-Seite zum Spiel zu finden. HIER der Link.

Wieder deutlich flüssiger spielte sich dann das finale, vierte Kapitel. Da dieses auch sehr logisch aufgebaut war, konnten wir es nach 55 Minuten mit viel „Bauchgefühl“ locker bewältigen.

Am Ende standen dann bei uns 6 Stunden und 15 Minuten auf der Uhr und mit 45 Punkten waren wir ganz zufrieden. Allerdings blieb der bittere Beigeschmack aus Kapitel 3.

Story und Rätsel

StartkarteDie Story läuft weitgehend schlüssig durch die vier Kapitel und man hat das Gefühl, in der Haut seines Charakters zu stecken und mit ihm zu leiden. Die Ziele und Aufgaben der einzelnen Kapitel (Missionen) waren, bis auf Kapitel 3, eindeutig. Hier fehlte uns eine konkretere Zielsetzung.

Die gelegentlichen Rätsel, die es zu lösen galt, waren mittelschwer, was aber unser subjektiver Eindruck war. Meist standen wir in solchen Situationen eher vor Entscheidungen, die wir in der Gruppe diskutierten um sie zu lösen. Das Gefühl, bei einer Aufgabe/Rätsel in einer Sackgasse zu landen, hatten wir fast nie. (Ausnahme: Software-Bug in Kapitel 3).

Immer wieder war auch ein gesundes Bauchgefühl (Intuition) oder einfach Mut zum Risiko, der Schlüssel zu Erfolg. Auf der anderen Seite machte es aber auch wieder Spaß, vermeintlich unsinnige Dinge zu probieren um zu schauen, was wohl passieren würde. Das Ergebnis war gelegentlich überraschend positiv. #HinterheristMANNschlauer und Frau auch.

Strafen bei Irrtum/Versagen

Wie schon bei „Das Verlies“, war es wieder angenehm, dass man bei „Fehlversuchen“ keine drastischen Strafen bekommt. Man verliert höchstens Zeit (in Kapitel 1) und niemals Lebenspunkte oder ähnliches.

Zeitdruck

Zeit spielte wie auch bei „Das Verlies“ keine wichtige Rolle, da wieder kein Timer mitlief. Wir waren also nie unter Zeitdruck, spielten nie gegen die Uhr. So war immer Zeit, vermeintlich unwichtige Orte und Dinge zu erkunden und mit Gegenständen zu experimentieren oder mit Orten zu interagieren. Jedoch standen wir im vierten Kapitel sehr unter Zeitdruck! Allerdings lag dies an der Story und nicht an einer Zeitvorgabe. Spoilerfreies Beispiel: Wenn Wasser aus dem Fass rinnt, ist es irgendwann leer!

Die App zur Vulkaninsel

Vulkaninsel AppDie unterstützende App (iOS) war in der vorliegenden Version (vom 05.01.2020) zum großen Teil (ca. 75%) sehr gut und hilfreich. Die Hilfefunktion verwendeten wir zwei Mal und half uns in einem Fall wirklich weiter. Etwas nervig waren Situationen, in denen die App keinen Text anzeigte (20%), man also zuhören musste. Auch dieser Fehler ist im Hause Kosmos bekannt und wird behoben. Daher unser Tipp: vor Spielbeginn die App neu laden.

Die Qualität der Sprachausgabe war/ist wieder super! Da der Verlag eigens für die Adventure Games Reihe, professionelle Hörbuchsprecher engagierte, gibt dies dem Ganzen ein gewisses Flair.

App (iOS) kontra Abenteuerbuch

Wir haben vorwiegend mit der App (auf iPad12 und iPhone6) gespielt. Im Abenteuerbuch nachgelesen haben wir nur, wenn die App keinen Text angezeigt hat, was leider immer wieder der Fall war. Grundsätzlich war die Verwendung der App sehr angenehm und verlieh unserem Spiel einen guten Fluss, wenn wir uns die teils recht langen Texte entspannt vorlesen lassen konnten.

Was wir nicht empfehlen

Die Geschichte ist in vier Kapitel unterteilt und man kann jederzeit nach einem Kapitel aufhören und später wieder an derselben Stelle einsteigen. Allerdings empfehlen wir, wie schon bei „Monochrome AG“ und „Das Verlies“ dies nicht unbedingt zu tun. Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, das Spiel (alle vier Kapitel) am Stück durchzuspielen (dauert rund 6-7 Stunden). Das Spielerlebnis wird einen dafür belohnen. Eine Unterbrechung über Tage oder gar Wochen wird unserer Meinung nach nicht funktionieren, da man auch in folgenden Kapitel auf Entdeckungen und Erfahrungen aus vorangegangenen Kapitel zurückgreifen muss. Also wenn unterbrechen, dann maximal ein oder zwei Tage.

Tipp

Man sollte sich unbedingt, wie von der Spielregel empfohlen, Stift und Papier bereitlegen um sich immer wieder Notizen oder Skizzen zu machen. Bei uns hat sich das mittlerweile nicht nur bei den Adventure Games mehr als bewährt. Wenn sich dann noch jemand findet, der freiwillig den Schriftführer gibt, umso besser. (Danke Simone, immer wieder gerne)

Einzelmeinungen zur Vulkaninsel

Oli

Ich habe bisher alle drei Titel („Vulkaninsel“, „Verlies“ und „Monochrome AG“) gespielt und muss gestehen, dass für mich „Die Vulkaninsel“ der schwächste Titel der Trilogie ist. Ich werde aber auch „Die Vulkaninsel“ bei Gelegenheit noch einmal spielen, um einen anderen Weg zu gehen. Auch freue ich mich, dies eventuell mit anderen Mitspielern zu machen. Wer weiß, vielleicht kommen wir zu einem ganz anderen Ende der Geschichte … Und wenn im Frühjahr 2020 der vierte Titel auf den Markt kommt, stehe ich wieder in der ersten Reihe vorm Kosmos-Regal.

Petra

Für mich war „Das Verlies“ mein erstes Adventure Games und es hat mir sehr gut gefallen. Entsprechend gespannt war ich jetzt auch auf „Die Vulkaninsel“. Allerdings habe ich mich sehr darüber geärgert, dass wir so lange quasi hilflos waren, nur wegen eines Fehlers in der App, obwohl wir die richtige Lösung parat hatten. Das hat mich wie gesagt sehr frustriert und ich hätte wahrscheinlich einem Abbruch in dieser Situation sofort zugestimmt. Schade dass das Missions-Update von Kosmos für uns zu spät kam. Nach jetzt einer positiven und einer negativen Erfahrung, weiß ich heute noch nicht ob ich noch einmal ein Adventure Games mitspielen werde. Wenn es dann auf dem Tisch liegt, ich vermutlich aber doch wieder sein werde.

Simone

„Die Vulkaninsel“ ermöglichte es, wie schon die anderen Spiele der Reihe „Adventure Games“, durch schöne Grafiken und eine spannende Geschichte, sich komplett auf das Szenario einzulassen.

Leider ging das Gefühl in Kapitel 3 etwas verloren, da hier die Zielsetzung sehr allgemein gehalten wurde. Außerdem hatten wir ständig das Gefühl etwas verpasst zu haben, da Ereignisse erwähnt wurden die bei uns so nie vorkamen.

Auch der klare Rote Faden ging dadurch etwas verloren, wodurch wir uns manchmal etwas verloren fühlten.

Ich liebe das kombinieren von Gegenständen und kam auch hier, bei der Vulkaninsel, voll auf meine Kosten. Alles in allem würde ich Anfängern jedoch „Das Verlies“ empfehlen, da es mir besonders transparent und durchdacht erschien. Fortgeschrittenen würde ich die „Monochrome AG“ ans Herz legen wollen. Da waren schon etwas kniffligere Rätsel und härtere Bestrafungen dabei. „Die Vulkaninsel“ würde ich nur Leuten empfehlen, die auch bei vielen Möglichkeiten den Überblick und Spaß nicht verlieren.

Ich freu mich dennoch auf ein weiteres Abenteuer von und mit Kosmos.

© 07.01.2020 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Kosmos / Fotos: © Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert. Das gilt übrigens auch für Grammatik und Rechtschreibung.

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