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Lesezeit: 6 Minuten

Kinderspiele sind immer ein schwieriges Thema. Warum? Die Zielgruppe dieser Spiele ist extrem kritisch und ehrlich. Soll ein Spiel gefallen, muss es begeistern. Es muss große Augen und Staunen auslösen, nur so kommt auch der Spielspaß. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir unseren Kindern nur zugetraut haben zu würfeln und eine Figur zu bewegen. Kinder wollen begeistert nicht gelangweilt werden – harte These. Ein mittlerweile sehr bewährtes Mittel, diese Begeisterung zu wecken, ist die Physik. Hier ganz besonders der Magnetismus. Diese unsichtbare Kraft fasziniert immer. Mit Magneten im Spiel kann man (fast) nichts falsch machen. Aber auch andere physikalischen Kräfte können Erstaunen auslösen, wie zum Beispiel die Schwerkraft beim vorliegenden Beethupferl aus dem Hause Zoch. Apropos Zoch, hier kommen immer wieder Kinderspiele heraus, die sich bei der Physik Inspiration geholt haben.

beethupferl box

Name: Beethupferl

Für 1 bis 4 Personen, ab 4 Jahren

Autor: Bernhard Weber

Illustrationen: Stefanie Reich

Verlag: Zoch

Spieldauer: ca 15 Minuten

Platzbedarf ca 50×50 cm

Verlagstext

Was man gießt, das sprießt! Tropfen für Tropfen kommt das junge Gemüse ans Sonnenlicht, wenn eifrige Gärtner zur Gießkanne greifen. Spannend kullern die Wassertropfen über das Beet. Wo sie versickern, bewegt sich der Boden: Karotten, Kraut und Kürbisse sind zu sehen, weil sie sich aus der Erde drehen. Das begeistert natürlich auch gefräßige Schnecken, die gleich mal bei den Gurken vorbeischauen. Bei der Ernte eine Gießkannenspitze voraus ist, wer schon vorher weiß, wo welches Gemüse wachsen wird. Nicht nur Kinderaugen verblüfft der unglaubliche Dreheffekt, der das bewässerte Gemüse aus dem Boden sprießen lässt. Beethupferl zaubert ein aufregendes Naturerlebnis in jedes Kinderzimmer und serviert dabei eine üppige Ernte aus Spannung und Spaß.

Quelle: Zoch-Verlag

So spielt man Beethupferl

Thematisch zeigen wir den Kindern, wie es sich so abspielt, wenn im Garten leckeres Gemüse wächst. Das klappt bekanntlich nur durch gute Pflege und natürlich Wasser. Ohne Wasser geht gar nichts. Wir pflanzen also Gemüse an, hegen und pflegen es und ernten schlussendlich.

beethupferl szeneDas Spielfeld in der Spielschachtel ist unser Garten, besehend aus 16 Mulden, in denen wir unser Gemüse sprießen lassen wollen. Die Ränder um dieses Muldenfeld sind leicht abgeschrägt. Alle 16 Mulden werden dann mit zufällig gezogenen Chips (Erdseite nach oben) abgedeckt und schon kann es losgehen. Reihum kümmern wir uns um unseren Garten, indem wir diesen geißen. Dazu haben wir natürlich eine Gießkanne gefüllt mit … Kunststoffkugeln (Wasser wäre zu viel Sauerei). Wir gießen unseren Garten so, dass genau 1 Kunststoff-Wasser-Kugel aus der Gießkanne über das Spielfeld rollt. Irgendwann rollt diese Kugel so auf einen der Erd-Chips auf den Mulden, dass dieser Chip sich im Bruchteil einer Sekunde wendet und die Kugel unter sich begräbt. Schwupps ist ein Gemüse zu sehen. Das geht so schnell, dass spätestens jetzt die ersten Augen bei den Mitspielenden zu leuchten beginnen. Sobald drei Gemüse derselben Art zu sehen sind, wird geerntet. Dazu nimmt man eines dieser drei als Belohnung zu sich, verdeckt die Mulde wieder mit einem neuen Plättchen und dreht die beiden anderen wieder auf ihre Erd-Seite.

Manchmal kann es passieren, dass eine zweite Kugel auf eines der sichtbaren Plättchen rollt. Dann stellt sich wie von Geisterhand dieses Plättchen senkrecht in die Mulde. Das Gemüse wächst weiter. Landet eine dritte Kugel dann in dieser Mulde, wird sofort geerntet, bevor es durch zu viel Wasser verdirbt.

Doch aufgepasst, da ist noch jemand, der uns beim Pflegen unseres Gemüses in die Quere kommt – Schnecken! Taucht unter einem Chip eine Schnecke auf, kommt diese sofort in den eigenen Vorrat und frisst dort bei Spielende eines der geernteten Gemüse Chips.

Das Spiel endet, sobald drei Schnecken aufgetaucht sind oder das Beet nicht mehr aufgefüllt werden kann.

 

Unsere Eindrücke

beethupferl collageWunderschönes Spielmaterial und ein tolles Thema für Kinder, gepaart mit einem Aha-Effekt. Das ist das Rezept bei Beethupferl. Kinder haben Spaß und sind mit Eifer dabei „ihren Garten“ zu gießen. Besonders der Moment, in dem sich ein Chip auf einer Mulde schlagartig dreht, sobald eine Kugel darauf fast zum Liegen kommt. In diesem Moment gehen jedes Mal die Augen auf und es ertönt ein „OH!“.

Schön auch, dass hier bei Beethupferl etwas vermittelt wird. Man muss seinen Garten pflegen und vor allem dafür Sorge tragen, dass genügend nicht zu viel gegossen wird. Dass Schnecken zu einem Gemüsebeet einfach dazu gehören und sich von unserer Ernte ihren Teil nehmen. Auch lernen wir, dass es nicht gut ist, zu viel zu gießen und lieber sofort ernten, als dass das Gemüse ertrinkt.

Unterm Strich also ein schönes, spannendes und lehrreiches Spiel für Kinder ab 4 Jahren. Unterschiedliche Schwierigkeitsstufen und Varianten für Garten-Profis und Solisten runden das Spielerlebnis ab.

Autor und Verlag zeigen uns wieder einmal, wie toll sich Physik in ein Spiel einbauen lassen. Dabei muss es nicht immer Magnetismus sein. Auch mit anderen Kräften lässt sich Begeisterung auslösen und das ist das Wichtige daran – Begeisterung. Wer Kinder mit einem Spiel begeistern will, der muss heutzutage mehr bieten als schnödes würfeln und ziehen. Und gerade bei den eigenen Kindern verfolgen wir doch alle ein Ziel – wir wollen, dass unsere Kinder Spaß am Spiel haben, damit sie später, wenn sie älter sind, immer noch gerne mit uns Reykholt oder Agricola spielen, um beim Thema von Beethupferl zu bleiben.

Euch ist eine Meinung nicht genug?

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Schaut doch mal bei den lieben Kollegen vom Beeple-Netzwerk nach. Vielleicht findet ihr unter www.beeple.de noch die eine oder andere Meinung zu diesem Spiel.

Alternativ könnt ihr immer gerne auch auf unserem und auf dem Discord-Server vom Beeple-Netzwerk nach weiteren Meinungen suchen.

© 04.02.2024 Oliver Sack – Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Zoch / Fotos: © Oliver Sack

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Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“


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