Feuer Frei Titel

Aliens, schießen, Spielhalle … wer denkt hier nicht sofort an die guten alten Arcade Ballerspiele der Achtziger Jahre? Mal ehrlich, einige von uns haben bestimmt Stunden damit verbracht, die Erde zu retten und alle Eindringlinge zu vernichten? Egal ob „Defender“, „Space Invaders“ oder auch „Phoenix“, es ging immer nur um das eine. Zerstöre alle Angreifer, rette die Welt, werde ein Held! Und genau dieses alte Arcade-Feeling bringt uns jetzt Friedemann Friese mit seinem neuesten, kleinen Fabelspiel zurück. Aber nicht auf den Bildschirm, nein, ganz solide und analog auf den Tisch. Ob das funktioniert und ob das Spaß macht, hab ich im Selbstversuch ausprobiert.

Eckdaten

Name: Feuer Frei!

Für 1-2 Spieler, ab 10 Jahren

Autor: Friedemann Friese

Grafik: Harald Lieske

Verlag: 2F

Spieldauer: ca. 20 Minuten pro Level

Platzbedarf: ca. 60×60 cm

Feuer Frei Box

Über Feuer Frei!

Friedemann Friese bleibt seiner jüngsten Linie treu und bringt mit „Feuer Frei!“ Wieder ein Fabelspiel auf unsere Tische. Wie schon zuletzt 2017 bei „Fertig!“ brauchen wir nichts weiter zu tun, als den vorsortierten Kartenstapel vor uns zu legen und die ersten Zeilen der Anleitung zu lesen. Dann kann es auch schon los gehen. Schneller Einstieg, eingängige Regeln, das Fabel-Konzept funktioniert auch hier wieder wunderbar.

Feuer Frei! im Solo-Modus

Vor mir liegt eine Reihe, bestehend aus fünf Aliens, die mich und meine drei Waffen bedrohen. Um mich zu wehren, muss ich Karten so ausspielen und den drei Waffen zuordnen, dass ich eine möglichst hohe Summe damit erziele. Nur wenn ich an einer Waffe Karten mit einem Gesamtwert größer 10 auslege, kann ich feuern und den feindlichen Raumschiffen Schaden zuführen. Doch das klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Die Krux an der Sache ist nämlich, dass nach jedem meiner Feuerstöße, eine Karte aus dem Spiel kommt. Dieses Handicap hat mir anfangs sehr viel Kopfzerbrechen bereitet, bis ich dachte, ich hätte die Lösung gefunden.

Feuer Frei SoloUm anzugreifen, stehen mir Karten mit Werten von 1 bis 5 zur Verfügung. Letztere ist dabei einmalig. Ich ziehe also vom verdeckten Nachziehstapel die ersten Karten und ordne sie einer meiner Waffen zu. 1-2-2-1-3 jetzt liegen 9 Punkte, mit der nächsten Karte könnte ich feuern. Doch ich ziehe noch eine 1 – das würde genau 10 machen und die Waffe feuert automatisch. Will ich das? Nein! Also ordne ich die neue Karte einer anderen Waffe zu und belasse es bei der anderen bei den 9 Punkten. Warum ich das mache? Ganz einfach, wenn die Waffe feuert, werden zunächst 10 Punkte abgezogen, bevor der klägliche Rest mit der Anzahl Karten an dieser Waffe multipliziert wird, was die endgültige Feuerkraft darstellt. Also versuche ich es zu vermeiden, Waffen mit 10 oder 11 Punkten abzufeuern, da dann nicht viel Feuerkraft übrig bleibt.

Doch das ist nicht das einzige Problem in meiner Planung. Viel schlimmer ist, dass nach dem Abfeuern einer Waffe, eine der anliegenden Karten aus dem Spiel kommt. Zu Beginn, wenn man noch nicht viele Runden gespielt hat, neigt man dazu, die niedrigsten Karten abzulegen. Doch das ist eine fatale Fehleinschätzung! Daher habe ich irgendwann versucht, nicht nur Karten mit der Wertigkeit 1 zu entsorgen, was meist die bessere Entscheidung war und mir den erfolgreichen Abschluss von Level 1 bescherte. Ring frei für Level 2 also.

Im zweiten Durchgang kommen noch zwei weitere Angreifer hinzu, sodass man jetzt 7 Angreifer gegenüber steht. Um diese, größere Bedrohung zu meistern, stehen aber auch weitere Karten Feuerkraft zur Verfügung. Doch es bleibt sehr kniffelig. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: in jedem Level kommen Karten hinzu und der Schwierigkeitsgrad geht nach oben.

Apropos Schwierigkeitsgrad, gefühlt steigt dieser bereits mit Level 1, wenn man die Team-Variante spielt.

Feuer Frei! Kooperativ

Feuer Frei TeamIn der Teamvariante funktioniert das Spiel grundsätzlich gleich. Wir versuchen jetzt, zu zweit mit je zwei Waffen der Invasion Herr zu werden. Allerdings hat jeder Spieler (jedes Team) nur noch 10 Handkarten in Level 1. Abwechselnd legen wir wie im Solospiel nun Karten an unsere Waffen an und versuchen den Aliens maximalen Schaden zuzufügen. Das besondere, wir kämpfen nicht nur gemeinsam gegen die Aliens, wir können uns jetzt sogar gegenseitig Hilfestellung leisten. Zwei Mal pro Partie kann jeder Spieler eine seiner Karten beim Mitstreiter anlegen, um eventuell einen besonders guten Schuss abzufeuern.

Gemeinsam mit meinem Sohn habe ich versucht, Level 1 zu schaffen. Nachdem er ohne Probleme Solo bis Level 3 gekommen ist, erschien er mir der ideale Wingman zu sein. Doch weit gefehlt. Obwohl dieselben Gegner wie im Solospiel ausliegen, so ist es doch deutlich schwerer. Ganz offensichtlich war für uns, wir müssen eine andere, neue Taktik finden um zu gewinnen. Die Selbe Vorgehensweise, die wir uns im Solospiel ausgetüftelt hatten, funktioniert jetzt nicht mehr. Wir standen vor einer völlig neuen Herausforderung. Das war cool, das hat Spaß gemacht und wir haben einen Weg gefunden, auch im Team erfolgreich zu sein.

Alles in allem ist die Teamvariante nicht nur Kooperativ, sondern auch sehr kommunikativ. Denn einfach nur so drauf los spielen, bringt rein gar nichts. Man muss schon immer wieder gemeinsam entscheiden und analysieren. Wie wir es letztendlich geschafft haben, behalten wir natürlich für uns.

Fazit

Mir gefällt das Spielprinzip richtig gut. Ich mag derartige Knobel-Spiele, da jede Partie aufs Neue spannend ist und wieder anders. Keine Partie ist wie die andere. Je nachdem, wie die Karten auf dem Nachziehstapel liegen, hat man mal mehr, mal weniger Chancen, ein Level zu meistern.

Feuer Frei Team 2Ich hab zwischenzeitlich einige Runden gespielt, abends im Hotel, wenn ich auf Dienstreise bin. Aber bis Level 9 bin ich bis heute nicht gekommen und das ist gut so. Ich glaube, wenn ich erst einmal Level 9 gemeistert habe, könnte es uninteressant werden, denn mehr kann man ja nicht erreichen. Oder doch? Aber spätestens wenn es uns im Team gelingt, Level 9 zu meistern, wird die Luft raus sein.

Allerdings möchte ich alle warnen, die schnelle Erfolge mögen. Hier muss man sehr frusttolerant sein, denn es ist echt schwer und auf einen erfolgreichen Durchgang kommen sehr viele „nice try“ Partien. Und aus seinen Fehlern zu lernen ist ebenfalls gar nicht so einfach. Hier hilft nur, dranbleiben. Manchmal hilft auch ein bisschen Glück, wenn es mit der letzten Karte gerade so aufgeht und der letzte Angreifer zurück in die unendlichen Weiten des Weltraums geblasen wird.

© 03.10.2019 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©2F Spiele/ Fotos: © Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert.

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