Titelbild MicroMacro
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MicroMacro ein Wimmelbild-Spiel. Ein Wimmelbild? Da war doch was? Genau – die Wimmelbild-Bücher von Ali Mitgutsch, die seit 1968 ungebrochen erfolgreich sind. Als Spiel gab es aber noch nichts. Angefangen hat alles rund um die Wimmelbilder und Bücher, aber schon viel früher. Weitere bekannte Autoren vor Ali Mitgutsch sind Hieronymus Bosch, Pieter Brueghei, Hans Jürgen Press. Am meisten Wimmelbildbücher verkauft hat Martin Handford. Titel seiner Bücher: „Wo ist Walter?“ Aus den 1980er. Aber die Geschichte begann noch viel, viel früher. Das älteste Wimmelbild ist ein Ölgemälde von Pieter Bruegels des Älteren um 1559. Titel: „Die niederländischen Sprichwörter“. Rund 440 Jahre später hat Johannes Sich (La Cosa Nostra – Card Game) jetzt die Wimmelbilder in ein Spiel gepackt. Mit Erfolg.

Spielschachtel MicroMacro

Name:  MicroMacro

Für 1-4 Spieler, ab 8 Jahren

Autor: Johannes Sich

Verlag: Hard Boiler Games / Edition Spielwiese

Vertrieb: Pegasus Spiele

Spieldauer: 15-45 Minuten

Platzbedarf: groß! Ca 140 x 100 cm

Das schreibt der Verlag zu MicroMacro

Willkommen in Crime City, einer Stadt, in der hinter jeder Ecke das Verbrechen lauert. Verhängnisvolle Geheimnisse, hinterhältige Überfälle und kaltblütige Morde sind hier an der Tagesordnung. Die örtliche Polizei ist nicht mehr in der Lage, die Geschehnisse zu kontrollieren. Daher ist die Arbeit pfiffiger Ermittler gefragt. MicroMacro – Crime City ist ein kooperatives Detektivspiel. Gemeinsam lösen die Spieler 16 knifflige Kriminalfälle, indem sie Motive ermitteln, Beweise finden und die Täter überführen. Ein aufmerksames Auge ist ebenso gefragt wie kreative Kombinationsgabe, um auf dem 75 x 110 cm großen Spielplan alles zu enträtseln. Als kleine Hilfe ist dazu im Spiel eine Lupe enthalten.

Ein Spieler übernimmt die Rolle des Kommissars und ist dafür verantwortlich, die Fallkarten vorzulesen (rätselt aber natürlich auch mit). Die Spieler wählen gemeinsam aus, welchen Fall sie spielen und der Kommissar liest die entsprechende Startkarte sowie die erste Aufgabe vor. Gemeinsam erkunden die Spieler den Stadtplan von Crime City, um nach und nach alle Fragen auf den Fallkarten zu beantworten. Das Spiel endet, sobald die letzte Fallkarte richtig beantwortet wurde.

Neugierig geworden? Dann löst den kostenlosen Demofall „Heiße Fritten“ auf www.micromacro-game.com.

Quelle: www.Pegasus.de

Über MicroMacro

Micro Macro Edition SpielwieseVöllig unverhofft landeten im Sommer bei vielen Bloggern Postkarten im Briefkasten. Ohne Absender, ohne Text, ohne irgendwelche Hinweise. Auf der Vorderseite ein kleines Wimmelbild in Schwarz-Weiß. In manch einem Haushalt wurde die Karte auch direkt weggeworfen. Nachvollziehbar. Wir hatten sie einmal angeschaut und beiseitegelegt. Ein paar Tage später kam noch eine Postkarte an. Wieder ohne Text und Absender, aber erneut mit einem Wimmelbildausschnitt auf der Vorderseite. OK, hier ist was im Busch – es folgten auch die ersten Kommentare auf Twitter – man begann der Sache auf den Grund zu gehen. Erfolglos. Immer wieder kamen in den folgenden Tagen Karten an und es bildeten sich Gruppen, die versuchten herauszufinden, woher die Karten gekommen sind. Auch wir im Blogger-Netzwerk Beeple waren den Ermittlungen „verfallen“. Doch alle Versuche, die Poststempel einem Spieleverlag zuzuordnen, scheiterten ebenso wie Versuche, mit Schwarzlicht geheime Botschaften zu finden.

Auch wir versuchten hier alles, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dafür haben wir dann jede Postkarte kopiert und der Nachbarin eingeworfen. Auch sie war mit der Familie schnell angefixt und alle rätselten mit.

Bevor dann die letzte Karte des 3×3 Rasters eintraf, war zumindest klar, um was es ging. Ein Mord! Motiv und Täter stellten sich dann auch Stück für Stück heraus. Es war cool, eine tolle Marketingidee. Mit der letzten Postkarte wurde dann auch das letzte Geheimnis gelüftet. Es ist ein neues Spiel von Johannes Sich (La Cosa Nostra, Hard Boiled Games), erschienen bei der Edition Spielwiese.

In der Zwischenzeit ist MicroMacro bei uns angekommen und wir haben die ersten Fälle auch gleich gespielt. Ein kleiner Funfact am Rande zum Wimmelbild-Detektiv-Spiel, als kleines Gimmick und als Appetizer ist bereits auf der Spielschachtel ein Kriminalfall zu finden und lädt zum Suchen ein.

Unsere Eindrücke zu MicroMacro

Micro macro spielplanIch war bereits im Sommer von der Spielidee und der tollen schwarz-weiß Grafik, sehr angetan. Es hat Spaß gemacht, den Promo-Fall zu lösen und auch gleich noch viele andere Dinge im Bild zu entdecken. Entsprechend neugierig war ich auf die Lieferung des fertigen Spiels. Als dies im Oktober kurz vor der SPIEL.digital eintraf, waren meine Mitrater und ich zunächst einmal völlig baff beim Anblick des Spielplans. 75×110 cm, das sind exakt 0,825 Quadratmeter oder 1.278,752 Quadrat-Inch, vollgepackt mit wuseligen Personen und Szenerien, sehen auf dem Tisch schon sehr beeindruckend aus. Sofort haben wir dann auch begonnen, den Plan zu untersuchen.

Mittendrin derselbe Bildausschnitt wie auf den Promo-Postkarten. Man fühlte sich auf dem Plan sofort wie zu Hause, wie in vertrauter Umgebung. Klar, dass wir sofort den ersten Fall angingen. Mit Erfolg. Allerdings werden die Fälle von Mal zu Mal schwieriger, was natürlich auch sinnvoll ist, denn man braucht nach jedem Erfolg schließlich eine neue Herausforderung. Hier jetzt mehr zu verraten, wäre unfair – nur so viel: Die Fälle werden wirklich immer knackiger.

Da man bei einem Fall immer auch durch Fragen-/Aufgabenkarten durch einen Fall geleitet wird, kann auch gut mit Kindern gespült werden. Schwierig wird es nur für die, die den Plan auf dem Kopf lesen müssen. Das ist ein besonderes Handicap. Hat man dann eine Aufgabe/Frage gelöst, helfen die Koordinaten der Szene, die man für die Lösung hält. Beispiel „wo verschwand die Tatwaffe?“ – Die Lösung wäre dann ungefähr: „Im Quadrat A3 – im offenen Kanalschacht“. So kann man sich den Ablauf ungefähr vorstellen und so wird Karte um Karte eines Falls durchgespielt und der Spielplan abgesucht. Übrigens hilft hier die mitgelieferte Lupe ungemein.

Fazit zu MicroMacro

Die Idee, ein Spiel auf Basis eines Wimmelbilds zu machen, ist grandios. Die Umsetzung als detailliertes Schwarz-weiß Bild sehr angenehm und wirkt dadurch nicht erschlagend. Thematisch kann man, will man mit Kindern spielen, die Wimmelbilder und -Bücher lieben, sicherlich streiten. Aber das würde meiner Meinung nach zu weit führen und ist an dieser Stelle völlig unangebracht. Fakt ist, das Spielsystem lässt sich beliebig thematisch anpassen. Wir hoffen, dass der Erfolg von MicroMacro so groß ausfällt, dass weitere Versionen folgen. Auch für Kinder. Dann könnten die Kids zum Beispiel das Tigerbaby suchen, welches aus dem Zoo in die Stadt gelaufen ist, nachdem jemand die Gehegetür offengelassen hat. Dies Mal so zur Anregung an Johannes Sich & Team.

Bleibt also die Frage, lohnt es sich, MicroMacro auf den Tisch zu packen? Definitiv JA! Außerdem steht Weihnachten vor der Tür und wegen COVID-19 kann dann wenigstens die Familie zusammen Spaß haben über die besinnlichen Tage. Somit eine uneingeschränkte Kaufempfehlung von uns für Familien, Spieler und Wimmelbilder-Fans.

© 09.11.2020 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Pegasus / Edition Spielwiese / Hard Boiled Games / Fotos: © Oliver Sack – Aufnahmen stammen von Vorabexemplar!
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.

Transparenz-Hinweis: Wir bekommen keine Bezahlung für unsere Meinung zu diesem Spiel!


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert. Das gilt übrigens auch für Grammatik und Rechtschreibung.