Titelbild Bock Baer
Lesezeit: 5 Minuten

Da bockt der Bär – ein Spiel mit so einem Titel kann nur vom Zoch Verlag kommen. Kein anderer Verlag für Kinder- und Familienspiele vergibt derart kreative Titel. Bekanntestes Beispiel dafür sind sicherlich Zicke Zacke Hühnerkacke und Heckmeck am Bratwurmeck, aber auch weitere sehr kreative Schöpfungen der Zoch-Redaktion hat es schon gegeben und wird es hoffentlich auch in Zukunft noch geben. Dazu kommt immer auch eine sehr schöne grafische Gestaltung, die einfach auch Lust machen, die Spiele auszuprobieren. Ein weiterer Punkt sind die Mechanismen, die sich in den Spielen verstecken. Mal ist alles kippelig und wackelig, wie bei Bamboleo oder Riff Raff, mal sind mysteriöse, magnetische Kräfte zu Gange, wie zuletzt bei Ab durch die Mauer. Eines meiner persönlichen Highlights ist und bleibt aber die gute alte Hamsterrolle. Ob das neue Da bockt der Bär hier mithalten kann, haben wir uns angeschaut.

Da bockt der Bär

Name: Da bockt der Bär

Für 2-5 Spieler, ab 5 Jahren

Spielidee: Treo Game Designers

Illustration: Gabriela Silveira

Verlag: Zoch

Spieldauer: 20 Minuten

Platzbedarf: ca 60 x 60 cm

Verlagstext

Start frei zum großen Querfeldeinschlemmen! Blaubeeren, Kohlköpfe und Maiskolben versüßen den Weg. Dabei haben die drei Tiere jedes Teams eines gemeinsam: die Spielfigur! Im Handumdrehen verwandelt sich der Bär in eine Maus. Und genauso schnell wird ein Bock draus. Listig mischen sich die Spieler dabei in die Verwandlungskünste ihrer Widersacher ein. Und so schleicht mancher Bär bockig um die Erdlöcher herum, die den Mäusen als unterirdische Abkürzung dienen.

Da bockt der Bär ist ein großartiges Kinderspiel für unzertrennliche Freunde und tierische Abenteurer.

Quelle: Zoch Verlag

Über die Autoren

Wer oder was verbirgt sich hinter dem Autoren-Pseudonym „Treo Game Designers“? Das haben wir uns auch gefragt. Nach etwas Recherche im Neuland Internet sind wir aber schnell auf die Köpfe und Namen dahinter gestoßen.

Es handelt sich um zwei Brüder und deren Cousin. Yair Avraham, Grafiker und Feuerwehrmann bringt meist die Ideen als Basis für die Spiele. Sein Bruder Uzi Avraham Goldberg, Musiker und Product Manager bei Israels größtem Spieleverlag, bringt die einfachen Grundkonzepte aller TREO Spiele. Zu guter letzt noch deren Cousin Yehuda Mualem, Rechtsanwalt und Mathematik Genie mit analytischem Geschick. All diese Talente kombinieren sie bei der Entwicklung ihrer Spiele. Klingt spannend!

Quellen: BGG, Wikipedia

Ablauf und Eindrücke

Der Clou bei diesem Rennspiel, sind die Spielfiguren. Diese haben quasi multiple Persönlichkeiten das heißt, jeder Spieler spielt mit drei verschiedenen Charakteren, von denen aber immer nur eine aktiv ist um die Spielfigur durch den Parcours zu ziehen. Gesteuert wird das Ganze durch wiederum drei verschiedene Mechanismen Würfel, Karte und/oder Drehscheibe. Wie weit eine Figur ziehen darf hängt als vom aktiven Charakter, der Fortbewegungsart und der Reichweite. Letzteres gibt es wieder drei. Heidelbeeren werden dabei von Mäusen bevorzugt, Kohlköpfe belohnen den Ziegenbock und der Bär steht auf Maiskolben. Aber eigentlich mag jeder fast alles.

Spielbeginn

Material vom bockenden BaerAm Start beginnt jeder Spieler als Maus. Anschließend zieht jeder Spieler eine Bewegungskarte und schaut sie sich geheim an. Beginnend beim Startspieler, darf reihum jeder Spieler entscheiden, ob er seine Bewegungskarte behalten und selber nutzen möchte, oder er schiebt sie einem Mitspieler zu. So können die Mitspieler mitunter geärgert werden und man selbst hat die Chance auf eine vermeintlich bessere Bewegungskarte. Nach dieser Tauschphase, die für jüngere gar nicht so einfach einzuschätzen und zu Händeln ist, hat jeder Spieler wieder (s)eine Bewegungskarte vor sich. Diese wird nun aufgedeckt und reihum ausgeführt. Wer Glück hat, kann seinen Charakter jetzt ändern um eventuell schneller und weiter voran zu kommen. Oder man hat Pech und bekommt eine schlechtere Karte als erhofft.

Um sich zu bewegen und das Rennen zu bestreiten, wird jetzt mit dem zum Charakter passenden Würfel die Zugweite bestimmt. Je nachdem, welche Leckerei auf dem Würfel abgebildet ist, darf unterschiedlich weit gezogen werden. Zeigt der Würfel bei einer Maus zum Beispiel eine Heidelbeere, darf der Spieler seine Figur bis zur nächsten Heidelbeere vorwärts ziehen.

Vor- und Nachteile der Charaktere

Während der Ziegenbock immer zu Kohl- oder Maisfeldern vorrücken kann, haben die beiden anderen Tiere entweder einen Vorteil oder ein Handicap im Rennen. Die Maus, hat zwar weniger Interesse an Mais, kann aber an mehreren Stellen des Parcours eine Abkürzung nutzen. Den Mausgang. Kein anderes Tier passt hier durch. Der Bär hingegen mag vorzugsweise Mais und bewegt sich somit meist auf Maisfelder vorwärts. Aber Achtung, da ist ja noch der Würfel! Bei Bären-Würfel besteht die Gefahr, dass man keinen Maiskolben sondern Bärendreck würfelt. Dann passiert nämlich das, was dem Spiel seinen Namen gibt. Denn, dann bockt der Bär und bleibt stehen (aussetzen).

Es lohnt sich also immer einen Blick auf die Symbole und Möglichkeiten auf dem Parcours zu werfen um im richtigen Moment mit seiner Spielfigur seinen Charakter zu wechseln. Ein schönes kleines taktisches Element, mit dem auch schon jüngere Kinder überraschend gut zurechtkommen.

Spielende

Das Ende ist eher unspektakulär, denn es gewinnt wer als erster im Ziel angekommen ist.

Die Spielbalance bei Da bockt der Bär

Bockbaer SpielfigurHier muss ein wenig der Zeigefinger erhoben werden. Denn wenn man Pech hat und oft „zum Bär gemacht wird“, kann es mit einhergehendem Würfelpech passieren, dass man über Runden nicht ein Feld vorwärts kommt. Oder war das nur bei mir so? Ich konnte nach 3x aussetzen keinen Anschluss mehr an die anderen Spieler bekommen.

Hier sollte man sich, spielt man mit jüngeren Kindern, eine kleine Hausregel einfallen lassen um Spielfrust zu vermeiden. Zum Beispiel, den Charakter zu wechseln und dafür nur 1x aussetzen. Aber alles steht und fällt mit dem Würfelglück. Die einen haben es, die anderen würfeln wie ich…..

Fazit

Da bockt der Bär ist ein schnelles Rennspiel für Kinder ab 5 Jahren und macht der ganzen Familie Spaß. Da sich der Schwierigkeitsgrad nach oben und unten etwas ändern lässt, ist es auch mit Vierjährigen problemlos spielbar. Ältere werden hingegen eher die taktischen Möglichkeiten ausloten und nutzen.

Wieder einmal ein Kinder- und Familienspiel aus dem Hause Zoch, das optisch ansprechend ist und spielerisch zu überzeugen weiß.

© 22.11.2020 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Zoch / Fotos: © Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.

Transparenz-Hinweis: Wir bekommen keine Bezahlung für unsere Meinung zu diesem Spiel!


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert. Das gilt übrigens auch für Grammatik und Rechtschreibung.

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