Redcliff Bay Titel
Lesezeit: 4 Minuten

Redcliff Bay Mysteries gehört zu der Art Spielen, die es einem nicht leicht machen, rezensiert zu werden. Egal was man über die Story, den Regeln oder dem Material schreibt, man läuft immer Gefahr, zu viel zu verraten. Was also tun? Redcliff Bay Mysteries ignorieren? Nein, das wäre nicht unsere Art. Wenn wir über ein Spiel schreiben wollen, dann tun wir das auch. Die Frage ist jetzt nur, was soll man schreiben? Schreibe ich einfach nur „tolles Spiel, spielt es!“ Oder hole ich ganz weit aus? Die Antwort ist ganz klar der Mittelweg. Also grob den Spielablauf erläutern anhand von fiktiven Beispielen, absolut spoilerfrei und alles mit unseren Eindrücken, dem Spielgefühl allgemein, zu kommentieren. Bi gespannt ob mir diese Gratwanderung gelingt.

Redcliff Bay Box

Name: Redcliff Bay Mysteries

Für 1-5 Spieler, ab 12 Jahren

Autoren: Matthias Prinz, Martin Kallenborn

Illustration: Claus Stephan, Martin Hoffmann

Verlag: Kosmos

Spieldauer: 60-80 Minuten pro Fall

Platzbedarf: ca 120 x 80 cm

Verlagstext

Seltsames geht hier vor! Ein Team nimmt im verträumten Küstenort Redcliff Bay die Ermittlungen in vier Fällen auf. Das ist gar nicht so einfach: Bei der Suche nach Spuren treffen die 1-5 Spieler und Spielerinnen nämlich auf sehr eigenwillige Einwohner mit speziellen Eigenheiten. Verdächtig, oder? Runde für Runde entscheidet das Team, an welchem Ort es zur aktuellen Uhrzeit in diesem Krimi weiterermittelt. Gemeinsam wägt das Team ab, wo es gerade wohl die nützlichsten Informationen gibt oder die interessantesten Dinge vor sich gehen. Eine spannende Geschichte, einfache Regeln und schräge Charaktere – das ideale Detektiv-Spiel für Familien.

Quelle: Kosmos.de

Der grobe Spielablauf

Redcliff Bay Material

Der Ablauf aller vier Fälle ist immer gleich. Spielmaterial wird vorbereitet (Karten so weit zulässig, ausgelegt) und ein Fall beginnt mit einer Info-Tafel. Diese führt kurz in den Fall und die aktuelle Situation ein. Anschließend wird man aufgefordert, eine „News-Karte“ zu lesen. Diese Karte bestimmt auch immer die aktuelle Uhrzeit. Dann geht es auch schon los. Auf dem Spielplan liegen Orts-Karten, die immer einer bestimmten Uhrzeit oder Zeitspanne zugeordnet sind. Es ist jetzt Aufgabe des Ermittlungsteams, sich Gedanken zu machen und zu diskutieren, welchen Ort man aufsuchen möchte, um mehr zu erfahren. Wenn in diesem Moment zwei oder mehr Orte mit derselben Angabe zur Uhrzeit ausliegen, muss sich die Gruppe entscheiden. Einzig die „Aktionsscheiben“ können hier helfen, so man welche hat.

Zusätzliche Informationen sammeln mit Aktionsscheiben

Diese Scheiben kommen immer mal wieder durch Ereignisse oder Ähnlichem ins Spiel und erlauben, einen weiteren Ort zur selben Uhrzeit zu besuchen. Das kann manchmal hilfreich sein, aber der Vorrat an diesen Scheiben ist in der Regel alles andere als üppig. Wenn sie allerdings mal da sind, sollte man diese auch einsetzen. Sparen bringt gar nichts. Scheiben können für kommende Fälle nicht mitgenommen werden und es werden auch keine Punkte für übrige Scheiben gutgeschrieben.

Hat sich die Gruppe für einen Ort entschieden, wird die entsprechende Ortskarte umgedreht und vorgelesen. Jetzt kann es sein, dass Personen auftauchen, Objekte entdeckt werden oder Ereignisse eintreten. Egal was jetzt geschieht, alles ist erklärt. Man muss also nur noch lesen und die Informationen auf den Karten steuern den weiteren Spielablauf. Der Rest ist Logik und Ermittlung.

DIe Uhr tickt – die nächste Runde

Für die nächste Ermittlungsrunde wird dann die nächste „News-Karte“ vorgelesen und gegebenenfalls ausliegende Orts-Karten der abgehandelten Uhrzeit unbesehen aus dem Spiel genommen. Diese Informationen sind weg! Mit der neuen „News-Karte“ kommen wieder neue Orte und Informationen ins Spiel. Personen tauchen auf, es geschehen Dinge (Ereignisse). So kombiniert man sich Stück für Stück durch den Fall, bis alle „News-Karten“ aufgebraucht sind. Dann heißt es zur Sache kommen. Was ist geschehen? Wer ist Täter? Wer Opfer? Und warum? Antworten auf diese Fragen können jetzt eingefordert werden. Liegt das Team richtig, gibt es Punkte. Liegt es falsch, droht Punktabzug. Am Ende zählt aber nur eines: den Fall gemeinsam lösen und Spaß zu haben.

Unsere Eindrücke zu Redcliff Bay Mysteries

Redcliff SzeneWir haben Redcliff Bay Mysteries zu dritt gespielt und es hat uns gut unterhalten. Es war kurzweilig, spannend und fordernd. Das Kombinieren von Indizien macht Spaß und alles hängt logisch, wenn auch gelegentlich geheimnisvoll zusammen. Spannend ist dabei immer auch die Frage, welche Informationen haben wir verpasst dadurch, dass wir uns für einen Ort entschieden haben und den anderen Ort samt den dahinter verborgenen Hinweisen beiseitegelegt haben. (Letzteres erinnert auch ein wenig an die Sherlock-Reihe von Abacusspiele.) Spätestens am Ende wird es sich zeigen und genau hier liegt die Spannung. Redcliff Bay Mysteries ist ein familientaugliches Detektiv-Spiel mit klarer Linie und von Fall zu Fall steigendem Anspruch. Wie gesagt, Redcliff Bay Mysteries hat uns wirklich gut unterhalten.

Ermittlungspausen

Was wir allerdings nicht mehr tun würden, ist eine zu lange Pause zwischen den Fällen. Waren es zwischen Fall 1 und Fall 2 noch 7 Tagen, hatten wir zwischen Fall 2 und Fall 3 schon 3 Wochen! Das war eindeutig zu lang, denn immer wieder spielen die vergangenen Fälle eine Rolle bei den Ermittlungen, denn nichts ist, wie es scheint. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen. Daher haben wir Fall 3 und Fall 4 direkt hintereinander gespielt. Da ja wie eingangs erwähnt die Schwierigkeit von Fall zu Fall zunimmt, war das eine gute Entscheidung. Wir waren im vierten und letzten Fall viel besser in der Geschichte drin. Gefühlt würden wir deshalb raten, maximal 1 Woche zwischen den Fällen verstreichen zu lassen.

Mehrfach spielbar?

Ein Punkt, der auch immer wieder bei Spielen mit Detektivfällen auftaucht, ist die Frage der Wiederspielbarkeit. Hier, bei Redcliff Bay Mysteries ist das ganz einfach zu beantworten. Jeder Fall kann komplett zurückgesetzt werden. Alle Karten sind nummeriert und so ist das Versetzen des Spiels in den Ur-Zustand und die Weitergabe des Spiels absolut kein Problem.

© 03.11.2021 Oliver Sack – Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Kosmos / Fotos: © Oliver Sack

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Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“


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