temple twist titel

Lesezeit: 6 Minuten

von Oliver

Kooperative Knobel- und Rätselspiele sind nicht neu und spätestens seit Bomb Busters (Spiel des Jahres 2025) fester Bestandteil in der Spielelandschaft. Im Gegensatz zu Escape-Spielen sind die Knobelspiele immer wieder zurücksetzbar und können immer wieder in unterschiedlichen Gruppen oder solo, gespielt werden. Dies liegt meistens an einem Zufallsmechanismus, der die Grund-Herausforderung immer wieder neu definiert und so die Spielenden immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, bei gleichbleibendem Grundmechanismus. Dieses Spielegenre wird nun mit Temple Twist erweitert und bringt im wahrsten Sinne des Wortes einen neuen Dreh mit.

Kurz gesagt:

Ein forderndes, cleveres Knobel-Spiel mit variabler Schwierigkeit und niedriger Einstiegshürde.

temple twist box

Name: Temple Twist

Für 1-4 Personen, ab 8 Jahren

Autor: Bernhard Weber

Illustrationen: Johanna Rupprecht

Verlag: Kosmos

Spielzeit: ca. 30 Minuten

Komplexität: einfaches kooperatives Familienspiel

Platzbedarf: ca. 50 x 50 cm

Verlagstext

Tief im Dschungel wartet ein einzigartiges Abenteuer: Es gibt Gerüchte über einen uralten Tempel, in dem wertvolle Schätze warten. Doch dieser ist ein einziges Labyrinth! Die ein bis vier Spielerinnen und Spieler versuchen gemeinsam, den Weg durch den 3D-Tempel zu finden – ohne sich abzusprechen! Mithilfe von Aktionskarten navigieren sie sich durch dieses besondere Labyrinth, versetzen Wände oder drehen den ganzen Tempel! Mitdenken, vorausplanen und Spannung erleben: einzigartiger Spielspaß ab acht Jahren, voller Teamgeist für die ganze Familie. Ausgezeichnet mit dem Toy Award 2026.

Quelle: Kosmos, Juni 2026

(Klicken zum Ausklappen)

Das Spiel

In der Tischmitte steht der Tempel. Zu Beginn einer Runde ist dieser Tempel innen bis auf zwei feste Innenwände, komplett offen. So kann der Würfel im Inneren des Tempels fast ungehindert fallen.

Ziel der Runde ist es, durch das Einsetzen von weiteren Mauern und drehen des Tempels den Würfel in eine der drei Türen zu bugsieren, sodass er dort zum Liegen kommt. Diese Zieltür muss auch unten (auf dem Tisch) sein. Auf dem Weg dorthin muss der Würfel allerdings in vorgegebenen, zuvor ausgelosten, Räumen (Fenster) zum Liegen kommen.

Dafür ist es notwendig, Wände einzubauen, zu versetzen oder zu entfernen. Dies geschieht, indem die aktive Person eine passende Aktionskarte von der Hand ausspielt. Gelingt es den Spielern nicht, mithilfe der zur Verfügung stehenden Handkarten und Aktionen, den Würfel über die Zwischenziele in die Zieltür zu lotsen oder fällt der Würfel bei einer Dreh-Aktion aus dem Tempel, gilt die Runde als verloren.

Während die ersten Partien noch recht einfach sind, kann der Schwierigkeitsgrad weiter erhöht werden, indem weitere Zielkarten oder Handicaps hinzugenommen werden. So bietet Temple Twist immer neue Herausforderungen.

Hat sich ein Tempel-Team einmal mit dem Mechanismus vertraut gemacht, kann eine Kampagne über 20 Runden gespielt werden, die noch mehr Anspruch und Herausforderungen bietet.

Meine Erfahrungen und Eindrücke

Temple Twist bietet eine nette, familientaugliche Knobelrunde, die aufgrund ihrer Variabilität sehr gut mit Kindern gespielt werden kann, denn der Schwierigkeitsgrad ist in jede Richtung anpassbar.

Hat man nach den ersten Runden im wahrsten Sinne des Wortes „den Dreh raus“, bietet die Kampagne (hier: „Expedition“) weitere herausfordernde Aufgaben und Handicaps. Dann können auch die unterschiedlichen Symbole auf dem Würfel von Bedeutung sein und zusätzliche Aktionsmöglichkeiten auslösen.

temple twist kleinAm besten gefallen und am häufigsten gespielt, habe ich Partien und die Expedition zu zweit. Hier lässt es sich gut planen und antizipieren, welche Karten der Teampartner auf der Hand hat, um so möglichst effektiv die Aufgaben zu lösen. Daher ist für mich die Partie zu zweit die Idealbesetzung, wenn man nicht mit Kindern spielt.

In einer Partie zu dritt oder zu viert wird dies nach meiner Erfahrung deutlich schwerer, da oft etwas für die eigene Planung unvorhersehbares passieren kann. Das Spiel wird dadurch etwas chaotischer und weniger planbar. Dies zeigt sich besonders dann, wenn Handicaps ins Spiel kommen. Dies relativiert sich allerdings ein wenig, wenn man mit Kindern spielt, da hier die Erwartung etwas geringer ausfällt und der Spielspaß, das gemeinsame Spielen im Vordergrund steht.

Die Solo-Spielmöglichkeiten habe ich nicht gespielt, da ich generell keinen Zugang zu Solo-Spielen oder Solo-Varianten bei Spielen finde.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle das Material und die Verarbeitung des Spiels und seiner Komponenten. Der Tempel lässt sich dank der Beschreibung problemlos montieren (nur vor der ersten Partie notwendig) und ist zusammengebaut sehr stabil.

Für wen?

Temple Twist eignet sich sehr gut für Familien und kann aufgrund der Variabilität und Möglichkeiten, den Schwierigkeitsgrad anzupassen auch gut mit Kindern ab 6 Jahren gespielt werden, obwohl Kosmos das Spiel erst ab 8 Jahren empfiehlt.

Ansonsten ist Temple Twist ein schönes lockeres Spiel für zwischendurch – besonders für zwei Personen.

Kritikpunkte

Wie bereits erwähnt, verliert Temple Twist zu viert an Planbarkeit. Dadurch wirkt das Spiel chaotischer und kann gerade mit Kindern zu Frustmomenten führen.

Beim Spielmaterial könnten die Farben der vier Tempelbereiche etwas mehr Kontrast vertragen. Je nach Beleuchtung sind die Bereiche nur schwer voneinander zu unterscheiden.

Fazit

Temple Twist ist ein lockeres, cleveres Knobelspiel mit toller Haptik, das besonders zu zweit seinen vollen Reiz zeigt. Einfache, zugängliche Regeln ermöglichen einen schnellen Spieleinstieg und unterschiedliche Handicaps sowie die Expeditions-Variante bringen zusätzliche Herausforderungen ins Spiel.

Euch ist eine Meinung nicht genug?

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Schaut doch mal bei den lieben Kollegen vom Beeple-Netzwerk nach. Vielleicht findet ihr unter www.beeple.de noch die eine oder andere Meinung zu diesem Spiel.

Alternativ könnt ihr immer gerne auch auf unserem und auf dem Discord-Server vom Beeple-Netzwerk nach weiteren Meinungen suchen.

© 08.06.2026 Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Kosmos // Fotos: © Oliver Sack

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Der Einfachheit halber, verwende ich meist die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“


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