Trails of Tucana Titelbild

In Trails of Tucana ist es unsere Aufgabe, auf einer netten Tropeninsel Dörfer und Sehenswürdigkeiten über Wege miteinander zu verbinden. Es geht über Stock und Stein von A nach B und das nicht immer auf dem direkten Weg. Wir sind hier also so eine Art Insel-Tour-Guide und weniger Schatzsucher, wie das Cover des Spiels zunächst vermuten lässt. Denn die Karte, der Ledergürtel, der Kompass und nicht zuletzt die Schreibfeder suggerieren, so geht es zumindest mir, eine Schatzsuche in klischeehaften Piratensetting. Persönliches Interesse am Spiel weckte in mir der Tukan. Erinnert er mich doch an eine meiner schönsten Urlaubsreisen vor vielen Jahren, nach Costa Rica.

Eckdaten

Name: Trails of Tucana

Für 1-8 Spieler, ab 8 Jahren

Autoren: Eilif Svensson, Kristian A. Østby

Grafik: Gjermund Bohne

Verlag: Pegasus

Spieldauer: 15-30 Minuten

Platzbedarf: gering

Box of Trails of Tucana

Verlagstext

Tucana, eine wenig bekannte Inselgruppe, ist Heimat einer Vielzahl seltsamer Lebewesen. Die Völker längst vergangener Zeiten haben dort zudem ihre Spuren hinterlassen. Die Spieler erstellen ein Netzwerk von Pfaden auf den Inseln, um den Bewohnern zu helfen zwischen den Dörfern zu reisen und so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich zu besuchen. Möge der beste Planer gewinnen!

Jeder Spieler erhält eine Inselkarte mit mehreren Dörfern, Sehenswürdigkeiten und unterschiedlichen Terrains. In jedem Zug werden zwei Karten aufgedeckt und alle Spieler müssen auf ihrer Insel Strecken zwischen den beiden auf den Karten gezeigten Terrains zeichnen. Passende Dörfer miteinander zu verbinden sowie Wege von den Dörfern zu den Sehenswürdigkeiten zu bahnen bringt Punkte. Wer die meisten Punkte hat, nachdem der Kartenstapel zwei Mal durchgespielt wurde, gewinnt.

Quelle: www.pegasus.de

So spielt man Trails of Tucana

Trails of Tucana ist ein klassisches „Flip&write“. Es werden Karten aufgedeckt und entsprechend auf dem Spielplan eingezeichnet und gewertet. Im vorliegenden Spiel, ist es nicht anders. Zwei Spielpläne (groß und klein) stehen zur Auswahl. Dabei werden beim kleinen Spielplan zwei Runden gespielt und beim großen Spielplan, drei.

Rundenablauf

Spielmaterial TTucanaEine Runde wird in 13 Zügen gespielt. Zu Beginn eines Spielzuges werden zwei Karten aufgedeckt. Diese geben vor, welche beiden Landschaftstypen verbunden werden dürfen. Wo man diese dann auf seinem Spielplan einzeichnet ist völlig egal. Anschließend wird überprüft, ob ein Symbol (Sehenswürdigkeiten) mit einem Dorf (1-10) am Spielfeldrand verbunden wurde. Ist dies der Fall, wird sofort der entsprechende Bonus markiert beziehungsweise ausgeführt. Haben dies alle Spieker erledigt, werden erneut zwei Karten aufgedeckt. Sind insgesamt 13 Kartenpaare aufgedeckt und abgearbeitet, endet die aktuelle Runde mit einer Zwischenwertung.

 

Die nackten Zahlen zu den beiden Spielplänen lauten:

Kleiner Spielplan: 73 Felder, 10 Sehenswürdigkeiten, 10 Dörfer – gespielt werden zwei Runden, in denen 26-31 Wege gezeichnet werden können.

Großer Spielplan: 104 Felder, 15 Sehenswürdigkeiten, 10 Dörfer – gespielt werden drei Runden, mit 39-44 Wegen.

Spielende

Das Spiel endet nach zwei (kleiner Spielplan) oder drei (großer Spielplan) Runden mit einer Schlusswertung, ohne großen Schnickschnack. Wer die meisten Punkte erspielt hat, gewinnt.

Solo-Variante

Die Solo-Variante unterscheidet sich nur unwesentlich vom „normalen“ Spiel. Am Ende einer Solo-Partie wird zusätzlich noch die erreichte Punktzahl mit einer Tabelle verglichen. Dies kann zu einer zusätzlichen Motivation für Folgepartien sorgen, da die Punkteabstufungen in der Erfolgstabelle schon recht knackig sind. Es muss folglich schon einiges glatt laufen, damit man zumindest ein mittleres Ergebnis erreicht.

Unsere Eindrücke

Isla TucanaTrails of Tucana ist super schnell erklärt und erlernt. Es spielt sich flott runter und hat einen gewissen Reiz, es jedes Mal doch noch besser machen zu wollen.

Allerdings fühlt sich jede Partie, egal ob Solo oder mit Mitspieler, relativ gleich an. Eine Interaktion findet so gut wie nicht statt. Einzig die Bonuskarten, die nur ein Spieler jeweils bekommen kann, bilden hier die Ausnahme.

Zwar lässt sich das Spiels gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Einschränkungen, perfekt via Skype & Co. spielen, aber irgendwie fehlt dann doch das gemeinsame Spielen. Selten achtet man darauf, was die Mitspieler machen, da man zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist.

Vom Anspruch und Schwierigkeitsgrad her, wird Trails of Tucana vom Verlag als Familienspiel eingestuft. Das trifft es sicherlich sehr gut, aber wir wollen doch gerade in der Familie gemeinsam miteinander spielen, anstatt gemeinsam jeder für sich.

Dennoch, Trails of Tucana macht Spaß und alleine schon der Wunsch, es beim nächsten Mal besser machen zu wollen, hat seinen Reiz.

Fazit zu Trails of Tucana

Schlusswertung TucanaDas Spiel oder besser, der Spielmechanismus ist eigentlich nicht wirklich neu. Es ähnelt stark dem Spiel „Träxx“ von Steffen Benndorf und Reinhard Staupe, erschienen 2015 bei NSV. Karte aufdecken, Felder verbinden, punkten.

Was bleibt also bei Trails of Tucana, was will es sein und was ist es? Es ist und bleibt im Wesentlichen ein Solo-Spiel. Dadurch ist auch in Partien mit zwei und mehr Spieler, praktisch keine Interaktion vorhanden. Der Spielablauf ist eigentlich immer identisch. Karten aufdecken, Felder verbinden, punkten. Somit hätte man auch, wie bei „Der Kartograph“, auch eine Spielerzahl von 1-100 angeben können. Warum man dann noch eine eigene Solo-Regel „konstruiert“ hat, bleibt mir rätselhaft.

Somit ist Trails of Tucana für mich ein schöner Rätselspaß für einsame Stunden … Wer allerdings keine Denk-, Kobel- und Logik-Spiele mag, wird hier sicher auch nicht glücklich.

© 03.04.2020 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Pegasus / Fotos: © Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert. Das gilt übrigens auch für Grammatik und Rechtschreibung.

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