Azul Sommerpavillon Titelbild

Azul kam Ende 2017 auf den Markt, und konnte sofort die verspielten Massen und einen Großteil der Bloggerszene begeistern. Kurz vor Weihnachten wurde das Spiel dann vom Bloggernetzwerk Beeple mit dem BEEPLE-Award ausgezeichnet. 2018 folgte dann der Ritterschlag. Azul wurde Spiel des Jahres 2018. Zu recht. Dadurch stiegen sogleich die Absatzzahlen enorm an, sehr zur Freude von Autor, Verlag und Vertriebspartner. Um weiter auf der Erfolgswelle zu reiten, kam Ende 2018 mit Azul – Die Buntglasfenster von Sintra der erste Ableger von Azul oder, wie es meist genannt wird, Azul 2. Da auch dieses Azul erfolgreich war und ist, war es fast zu erwarten, dass Ende 2019 ein weiterer Ableger kommen musste. Mit Azul – Der Sommerpavillon ist nun der dritte Teil auf dem Markt. Die Trilogie ist komplett. Stellt sich die Frage, ob es bei dieser Trilogie bleibt. Aber was dachten wir alle bei Star Wars nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“? Hier sind es mittlerweile 9 Teile. Man darf also gespannt sein, was mit Azul noch zu holen ist, auch wenn der Vergleich hier, zugegeben sehr gewagt ist.

Next Move Games Azul

Name: Azul – Der Sommerpavillon (Azul 3)

Für 2 bis 4 Spieler, ab 8 Jahren

Autor: Michael Kiesling

Illustrationen: Chris Quilliams

Verlag: Next Move  Games

Vertrieb: Pegasusspiele

Spieldauer: 30-45 Minuten

Platzbedarf: ca. 100x80cm

Verlagstext zu Azul - der Sommerpavillon

Im 16. Jahrhundert gab König Manuel I. Portugals besten Handwerkern und Künstlern den Auftrag, neue Gebäude zu bauen und historische Paläste zu renovieren. Nach der Fertigstellung der Königspaläste von Evora und Sintra wollte der König einen Sommerpavillon bauen lassen. Hier sollten die Statuen der berühmtesten Mitglieder der königlichen Familie angemessen und würdevoll repräsentiert werden. Das Bauwerk war nur den besten Handwerkern vorbehalten, deren Fähigkeiten dem Glanz der königlichen Familie entsprachen. Leider starb König Manuel I., noch bevor mit dem Bau begonnen wurde.

In Azul – Der Sommerpavillon kehren die Spieler in das Portugal des 16. Jahrhunderts zurück, um eine Aufgabe zu erfüllen, die nie begonnen wurde. Als Handwerker müssen sie die besten Materialien verwenden, um den Sommerpavillon prachtvoll zu gestalten. Dabei sollten sie es vermeiden, Materialien zu verschwenden. Der Pavillon soll kein gewöhnliches Gebäude werden – absolute Perfektion wird von den Spielern erwartet. Nur die Besten können sich der Herausforderung stellen, die portugiesische Königsfamilie zu ehren.

Quelle: www.pegasus.de, 1/2020

Spiel und Spielablauf

Azul – Der Sommerpavillon hat denselben Grundmechanismus wie seine beiden Vorgänger (Auslage und Auswahl). Das Grundspiel ist also sofort erkennbar. Deshalb möchte ich auch hier nicht genauer darauf eingehen.

Anmerkung: Wer Azul nicht kennt, kann dazu gerne unsere Besprechungen zu Azul <HIER> und Azul 2 <HIER>, nachlesen.

Phase 1 – Steine nehmen

Spielertableau SommerpavillonDer erste Unterschied zu beiden Vorgänger begegnet uns bereits beim nehmen der Steine. Da es in jeder Runde eine Jokerfarbe gibt, muss man beim nehmen aller Steine einer Farbe auch immer einen Stein in der aktuellen Jokerfarbe mitnehmen, sofern vorhanden. Egal ob man Steine von einem der runden Tableaus oder aus der Mitte nimmt. Die genommenen Steine werden dann, ebenfalls anders als gewohnt, zunächst neben unserem Spieltableau platziert. Dies machen wir Reihum solange, bis alle Steine einen Besitzer gefunden haben.

Startspielerrecht und Malus

Wie wir es von Azul kennen, liegen mit der Zeit einige Steine in der Tischmitte, zusammen mit dem Startspielermarker. Der erste Spieler, der sich entscheidet, Steine aus der Tischmitte zu nehmen, hat zwar den Vorteil, Startspieler der nächsten Runde zu sein, muss aber für jeden genommenen Stein einen Minuspunkt akzeptieren. Tipp: Manchmal lohnt es sich, diese Minuspunkte zu kassieren um Startspieler zu werden. Gerade gegen Ende einer Partie.

Phase 2 – Steine platzieren

Sind alle Steine verteilt, geht es an das eigene Tableau und das platzieren der Steine. Auf jedem Tableau gibt es 7 unterschiedliche Sterne, die mit je 6 Steinen belegt werden können. Dabei ist bei 6 Sternen die Farbe vorgegeben und der siebente Stern, in der Mitte, kann mit je einem Stein pro Farbe belegt werden.

Stern im SommerpavillonWill man einen Stein auf einer der sechs Zacken eines Sterns setzen, muss man dafür bezahlen. Den Preis gibt das Feld vor, auf dem man einen Stein platzieren will (1-6). Es wird also immer ein Stein farblich passend auf ein Feld gelegt und der Rest (bei Werten 2-6) kommt in den Sammelbehälter. Hier können zudem Jokersteine verwendet werden, wenn man zu wenige Steine der passenden Farbe hat. Somit benötigt man für einen komplett gefüllten Stern also insgesamt 21 Steine, was sehr viel ist (für nur 6 Spielrunden) wenn man insgesamt mehr als ein oder zwei Sterne komplett belegen möchte.

Gelingt es beim belegen der Sternfelder, bestimmte Symbolfelder am Rand und im Inneren des Spielplans zu umschließen, darf man sich zusätzlich bis zu drei Steine aus einer allgemeinen Auslage nehmen und diese zu seinem Vorrat für die laufende Runde legen. So kann man die Anzahl der zur Verfügung stehenden Steine nochmals erhöhen.

Zusätzlich bekommt man Punkte für jeden gelegten Stein und alle angrenzenden Steine im selben Stern.

Rundenende

Haben alle Spieler ihre gesammelten Steine auf Sternfelder verteilt oder können/wollen keine Steine mehr platzieren, endet die Runde. Jetzt dürfen noch bis zu vier Steine für die nächste Runde gebunkert werden. Der Rest kommt in in den Sammelbehälter. Die nächste Runde beginnt, wie gewohnt mit dem belegen der „Teller“ und einer neuen Jokerfarbe, in gewohnter Art und Weise.

Spielende

Nach der sechsten Runde ist Schluss. Jetzt werden alle fertigen Sterne gewertet und eine kleine Sonderwertung abgehandelt. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt – wer hätte es gedacht.

Unsere Eindrücke zu Azul - der Sommerpavillon

Azul SpielszeneAuch wenn der Grundmechanismus nicht neu ist, so wurde doch genügend frischer Wind ins Spiel gebracht um Spannung und strategische Herausforderung zu schaffen. Alleine die Idee mit den Jokersteinen/Jokerfarbe, bringt ein neues, interessantes Element ins Spiel.

Ich persönlich finde das Spiel zugänglicher als beide Vorgänger und zudem besser zu erklären. Allerdings kann ich letzteres nur aus einem Gefühl heraus behaupten.

Bei unseren Spieleveranstaltungen stieß das neue Azul immer auf großes Interesse. Auch wenn es nicht jedem, der Azul bereits kennt, gefallen hat. Auch kam hier immer die Frage, ob man wirklich ein drittes Azul braucht. Aber wer soll diese Frage beantworten?

Verbesserungen

Endlich ist er da! Der jetzt vorhandene Sammelbehälter für Steine, die vorerst aus dem Spiel kommen, ist eine richtig gute Idee.

Fazit

Azul TrilogieVon allen drei Azul-Varianten, gefällt uns der Sommerpavillon am besten. Das Spiel fühlt sich irgendwie zugänglicher an und ist einfacher zu erklären. Die taktischen Möglichkeiten sind interessant und es macht Spaß, immer wieder eine neue Vorgehensweise zu probieren. Außerdem gefällt uns noch der Kniff mit den Jokerfarben.

Ob dieses Azul das letzte ist, was Next Move Games auf den Markt bringt, bezweifle ich. Solange die Kuh Milch gibt, wird sie gemolken. Wir dürfen also gespannt sein, was der Azul-Mechanismus noch hergibt. Ob jedoch die Welt noch mehr Azuls braucht, oder drei bereits zu viel sind, muss jeder für sich entscheiden. Auch stellt sich die Frage, ob man alle braucht, kann und will ich nicht sagen. Aber wer sich unsicher ist und wem Azul grundsätzlich gefällt, der sollte sich Azul – der Sommerpavillon zumindest einmal anschauen.

Twitter Umfrage zur Azul-Trilogie

Da die Meinungen zu den drei bisher veröffentlichten Azul Varianten auch in der Brettspielblase recht unterschiedlich sind, haben wir mal eine kleine Umfrage auf Twitter gestartet. Das Ergebnis hat uns dabei echt überrascht.

 

Kleine Umfrage zum Wochenende:

Welches Azul gefällt Euch am besten? (Ganz spontan aus dem Bauch?) Vorausgesetzt ihr kennt alle 3.

Azul 64.7%

Azul – Buntglasfenster 0%

Azul – Sommerpavillon 35.3%

bei 85 Votes

© 24.01.2020 Oliver Sack

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Abbildungen der Spiele und Regelauszüge ©Next Move Games / Pegasusspiele / Fotos: © Oliver Sack
Dies ist keine Werbung, dies ist eine rein sachliche Meinungsäußerung zu einem Produkt.


Der Einfachheit halber, verwende ich die maskuline Schreibweise in meinen Texten. Wenn ich von „Spieler“ schreibe, meine ich natürlich immer auch „Spielerinnen“ bzw. „Spieler m/w/d“ – um hier mal politisch korrekt zu bleiben, bevor jemand aus einem Loch kriecht und meckert. Das gilt übrigens auch für Grammatik und Rechtschreibung.

2 Kommentare

  1. Mir gefällt Sommerpavillon richtig gut, auch Wenigspieler verstehen sofort die Regeln. Das einsammeln von Jokersteine und Extrasteinen finde ich klasse, tolle Knobelei wie man an mehr Steine kommt. Auch ein Blick zum Nachbar, welche Steine er benötigt sollte nicht unterschätzt werden. Außerdem kann man hier immer was ablegen und ist nicht blockiert wie manchmal bei Azul, wenn die Reihe nicht voll wird. Tolles Spiel

  2. Tolles Material haben ja alle 3. Aber ich finde auch das dritte ist am schönsten. Mit den Joker Steine und auch die zusätzlichen die man bekommen kann bringen einen zusätzlichen Reiz ins Spiel

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